Das Gefühl, „außer Atem“ zu sein, kennt jeder Mensch. Es wird oft fälschlicherweise mit einem Sauerstoffmangel verbunden. Tatsächlich ist es aber nicht der Sauerstoff, den der Körper in diesem Moment „braucht“, sondern etwas anderes:
- Kohlendioxid spielt die Hauptrolle:
Beim Laufen oder anstrengenden Tätigkeiten produziert dein Körper mehr Kohlendioxid (CO₂) als Nebenprodukt des erhöhten Energieverbrauchs. Um dieses überschüssige CO₂ loszuwerden, atmet dein Körper schneller – das ist der Hauptgrund, warum du „außer Atem“ bist. - Laktat und Muskelbrennen:
Bei intensiven Belastungen, wenn nicht genug Sauerstoff zur Verfügung steht, schaltet der Körper auf anaerobe Energiegewinnung um. Das führt zur Bildung von Laktat (Milchsäure). Die „Schwere“ in den Beinen oder das Brennen in den Muskeln ist ein Zeichen dafür, dass der Körper versucht, das Laktat abzubauen. - Sauerstoffversorgung:
Auch wenn du dich außer Atem fühlst, hat dein Blut meist immer noch genügend Sauerstoff. Deine Sauerstoffsättigung bleibt in der Regel hoch, selbst bei intensiven Aktivitäten. Das schnelle Atmen dient hauptsächlich dazu, das CO₂ auszuscheiden und den pH-Wert des Blutes im Gleichgewicht zu halten.
Was braucht der Körper wirklich, wenn du außer Atem bist?
- Effiziente Atmung:
Statt hektisch zu atmen, hilft es, deinen Atemrhythmus zu beruhigen und ihn bewusst zu steuern (z. B. tiefer und langsamer ausatmen, idealerweise durch die Nase). Das erleichtert die CO₂-Abgabe und hilft deinem Nervensystem, sich zu stabilisieren. - Regeneration:
Nach der Belastung benötigt der Körper Zeit, um den pH-Wert zu regulieren, Laktat abzubauen und sich zu erholen. - Ruhe und Hydration:
Flüssigkeit hilft, den Stoffwechsel zu unterstützen und Abfallprodukte effizienter abzutransportieren.
Das Gefühl, „Luft zu brauchen“, ist also weniger ein Zeichen von Sauerstoffmangel, sondern ein Zeichen dafür, dass dein Körper die Balance zwischen CO₂ und Sauerstoff wiederherstellen möchte.
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