Atmen ist Leben – doch viele von uns atmen auf eine Art, die unserem Körper mehr schadet als nützt. Der Glaube, dass „mehr atmen“ automatisch „mehr Sauerstoff“ bedeutet, ist weit verbreitet, aber falsch. In Wahrheit führt hektisches Atmen oft zu mehr Stress, nicht zu mehr Energie. Lass uns diesen Mythos entlarven und gleichzeitig lernen, wie du durch bewusstes Atmen Körper und dein Nervenystem, deinen mentalen Zustand positiv beeinflussen kannst.
Was ich oft von Klient*innen höre: “Aber mehr Atmen ist doch gut für mich, weil ich so mehr Sauerstoff bekomme”? Die überraschende Antwort:
Nein! „Mehr atmen“ führt nicht zu mehr Sauerstoff im Körper, sondern zu einem Ungleichgewicht im Atemgas-Haushalt, welches deine Leistungsfähigkeit und Gesundheit beeinträchtigen kann. Bewusstes, langsames, tiefes Atmen hingegen verbessert die Sauerstoffnutzung, beruhigt das Nervensystem und fördert langfristig Gesundheit und Wohlbefinden.
Mehr Atmen bringt nicht mehr Sauerstoff – sondern mehr Stress.
Wenn wir flach und schnell atmen, wie es bei Stress oft passiert, atmen wir weniger effizient. Deine Atmung hat einen direkten Einfluss auf dein Nervensystem: Schnelles Atmen aktiviert den Sympathikus (Kampf-oder-Flucht-Modus) und dein Körper kommt in eine Art Stressmodus.
Unser Körper wird durch ein hochfrequentes Atemmuster also nicht besser mit Sauerstoff versorgt, denn dieser muss sich zunächst gut aus unserem Blut lösen können, um in unsere Organe, Muskeln und Zellen transportiert zu werden. Unser Blut ist jedoch meist schon zu 98-99% mit Sauerstoff gesättigt. Auch wenn du das Gefühl hast, du bekommst zu wenig Luft oder außer Atem bist, liegt deine Sauerstoffsättigung im Blut trotzdem bei 98-99% (siehe Artikel “Was passiert, wenn du außer Atem bist”). Stattdessen verlieren wir durch zu schnelles Atmen zu viel Kohlendioxid (CO₂). Dies ist wichtig, damit sich der Sauerstoff aus dem Blut gut lösen und im Körper richtig verteilt werden kann.
Weniger ist mehr: Warum langsames Atmen effektiver ist
Ein langsames, tiefes Atemmuster hilft also dem Körper, den Kohlendioxidspiegel stabil zu halten. Ein ruhiger Atemzyklus fördert die optimale Sauerstoffversorgung in deinen Organen, Muskeln und Zellen.
Achte also bewusst auf deine Atmung.
Chronisch schnelles Atmen kann zu einer Vielzahl von Problemen führen: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angstzuständen und sogar Verdauungsproblemen. Das liegt daran, dass der Körper durch die ständige Überaktivierung des Sympathikus nicht mehr in den Regenerationsmodus wechselt. Mit langsamer Atmung bringst du den Körper zurück ins Gleichgewicht.
Fazit: Atme weniger, dafür funktional und opimaler.
Die gute Nachricht: Du kannst die Qualität deines Lebens mit etwas Atembewusstsein deutlich verbessern. Tiefes, langsames Atmen gibt deinem Körper, was er wirklich braucht – Balance, Energie und Entspannung. Der Schlüssel liegt nicht im „mehr Atmen“, sondern im „optimalen”, also funktionalen Atmen.
Probiere es in einem Atemtraining oder Atemcoaching Probesession gern aus.
Deine Susa